Frosch, Hund und weitere Köstlichkeiten

Britta Spilker über die chinesische Küche

 

Beim Lotus Garten um die Ecke schnell mal eine Frühlingsrolle und Sieben Köstlichkeiten bestellen, haben die meisten von uns an einem gemütlichen Sonntag Abend schon gemacht – über die authentische chinesische Küche weiß der Durchschnittsdeutsche jedoch nicht viel. Witze wie ‚Lass besser deinen Hund zu Hause wenn du zum Chinesen gehst’ oder ‚ Eine Portion Leis bitte’ gehören zu einem Besuch beim Lotus Garten dazu.

 

Doch was ist nun das wahre chinesische Essen – was bekommt man, wenn man in Shanghai oder Beijing ahnungslos auf  辣豬肉zeigt? Ich habe es ausprobiert und Überraschendes, Köstliches aber auch Gewöhnungsbedürftiges aufgetischt bekommen.

 

Shanghai und Beijing sind im Vergleich zu anderen chinesischen Städten international. Dennoch findet man eher selten Restaurants mit englischsprachigen Kellnern oder gar eine Speisekarte mit Übersetzung. Ein wenig hilflos, mit knurrendem Magen sitzt man dann vor der Speisekarte und spielt russisches Roulette. Meine erste Taktik: Bestellen wir einfach mal die drei teuersten Gerichte (teuer bedeutet hier umgerechnet um die 3,50 € pro Gericht), das wird schon gut sein. Es wurden serviert: Frosch, Schweinefuß und etwas bis heute Undefinierbares. Diese Taktik ging demnach nicht unbedingt auf.

Meine persönlichen Favoriten der chinesischen Küche sind Kung Pao Ji (Hähnchengericht mit Erdnüssen) und Xialongbao (Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen).

So wie es in München Weißwurst und in Hamburg Currywurst gibt – gibt es viele verschiedene Regionalküchen in China. Mit am bekanntesten sind die Sichuan, Hunan und die kantonesische Yue-Küche.  Essen aus Sichuan ist würzig. Gerne verwendete Zutaten sind Sichuan Pfeffer, Frühlingszwiebeln und Chili. Das erste Mal Sichuan Pfeffer zu probieren ist ein Erlebnis der besonderen Art, da das Gewürz Lippen und Zunge betäubt. Die Hunan Küche lässt sich leicht in einem einzigen Wort beschreiben: scharf! Die kantonesische Küche ist ausgewogen, hat aber auch eine Vorliebe für ausgefallene Zutaten wie Hundefleisch.

 

Ja das Hundefleisch. Aus meinen persönlichen Erfahrungen in China behaupte ich, dass Hunde heutzutage lieber als Kindersatz in Supermankostümen durch die Straßen geführt werden als im Kochtopf zu landen. In den letzten 6 Monaten, die ich in Shanghai lebe und viel gereist bin, habe ich Hundefleisch auf einer einzigen Speisekarte gefunden.  Interessanterweise essen Chinesen das Fleisch bevorzugt im Winter, da es angeblich wärmende Eigenschaften besitzt.

 

Eine meiner liebsten Traditionen der Chinesen beim Essen ist das Teilen. Geht man mit mehreren Leuten essen, werden unterschiedliche Gerichte bestellt – meist viel mehr als die Gruppe essen kann, da es in China zur guten Etikette gehört nicht aufzuessen – und es startet ein heiteres Teilen. Manche von euch mögen von dem Lotus Garten um die Ecke die großen runden Tische kennen, die sich in der Mitte drehen lassen und genau so funktioniert das in China.

 

Man muss offen für die chinesische Küche sein – dann ist sie köstlich und spannend zugleich.

 

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